Wilhelmsburger Radwoche Mai 2010
Radfahrer haben es in Hamburg nicht leicht. Wer schon einmal auf der Max-Brauer-Allee
mit einem überholenden LKW auf Tuchfühlung gegangen ist oder die kraterartigen
Schlaglöcher der Eimsbüttler Radwege umkurvt hat, weiß, was ich meine. Breite Radwege
wie in München oder Münster – in Hamburg praktisch Fehlanzeige.
Vielleicht ändert sich das bald? Die Wilhelmsburger Radwoche ließ das hoffen. Im Mai
trafen sich Politiker, Stadtplaner sowie interessierte Bürger und diskutierten Ideen für eine
fahrradfreundliche Stadt. Wilhelmsburg, übrigens Europas größte Flussinsel, war nicht
zufällig für dieses Treffen gewählt: Der Hamburger Stadtteil wird im Jahr 2013 Schauplatz
der Internationalen Bauausstellung und Internationalen Gartenschau sein. Viel stadtplanerischer
Gehirnschmalz fließt derzeit in das Quartier, zahlreiche Wohnmodelle werden hier zuerst
getestet. In Kürze wird auch die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in Wilhelmsburg
zuhause sein. Radfahren kann man in diesem Stadtteil auch: Zwischen den Vorträgen gab es
Touren, zum Beispiel in das nahe gelegene Naturschutzgebiet Heuckenlock.
Eines der Highlights war das Testen von Elektro-Bikes. Auf dem E-Bike tritt man wie bei einem
normalen Rad in die Pedale, aber zusätzlich wird es elektrisch angetrieben und eh man sich's
versieht, ist man mit 40 km/h unterwegs. Die Zukunft des Rads? Bei einem Preis von 2.000 Euro
für Einsteiger-Modelle vielleicht nicht ganz. Eine Probefahrt macht dennoch Spaß.
Am Ende meines Inspiration Days in Wilhelmsburg steige ich wieder auf mein eigenes Rad und
fahre durch den alten Elbtunnel zurück in die Stadt. Unterwegs passiere ich eine ewig lange Baustelle;
der frische Asphalt dampft. Einer der Bauarbeiter erzählt mir: Hier wird ein neuer Radweg gebaut,
deutlich breiter als die normalen Hamburger Radwege. Vielleicht wird's ja doch noch was, mit der
Radlerstadt Hamburg.
Ansgar, PR-Berater; Wilhelmsburger Radwoche / Hamburg, Mai 2010 |